Überdenkung der Unterstützung für Künstler in Luxemburg, Podiumsdiskussion für das luxemburgische Abschlussforum

Sie forderte eine einzige, zugängliche Informationsstelle, an die sich Künstler mit praktischen Fragen wenden könnten, anstatt sich durch zahlreiche Institutionen zu navigieren. Grundsätzlich sprach sie sich für eine stärkere rechtliche Anerkennung von Künstlern als Berufstätige aus, mit sozialen Absicherungen, die der Realität künstlerischer Laufbahnen entsprechen, anstatt Künstler in Systeme zu zwingen, die für andere Berufe konzipiert sind. 
Obwohl Luxemburg bereits wertvolle Ressourcen bietet, wissen viele Künstler – insbesondere Neuankömmlinge – schlicht nicht, wo sie diese finden. 

Die Bedeutung von Gemeinschaft 

Obwohl die Verwaltungsreform ein wichtiges Thema blieb, kehrte die Diskussion immer wieder zu einem anderen Gedanken zurück: Gemeinschaft ist ebenso wichtig wie Politik. 
Für Uyi Nosa Oduwa (LAPS Art), ergeben sich Möglichkeiten oft durch persönliche Beziehungen statt durch formelle Verfahren. Ausstellungen in unkonventionellen Räumen, Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und lokale Initiativen spielten alle eine entscheidende Rolle dabei, ihm zu helfen, sich zu etablieren. In einem so kleinen Land wie Luxemburg, so argumentierte er, kommt es darauf an, präsent zu sein. Die Teilnahme an Veranstaltungen, die Kontaktaufnahme mit Institutionen und die Einbindung in die lokale Künstlergemeinschaft öffnen oft wirksamer Türen als das Warten auf Reaktionen von Systemen. Öffentliche Unterstützung bleibt wesentlich, aber starke künstlerische Netzwerke sind ebenso unentbehrlich. 

Die unsichtbaren Kosten des Kunstschaffens 

Für Julie Wagener (Verband der bildenden Künstler Luxemburgs – AAPL), lassen sich Gespräche über die psychische Gesundheit von Künstlern nicht von deren Arbeitsbedingungen trennen. Burnout ist ihrer Argumentation zufolge kein rein individuelles Problem, sondern die Folge eines Systems, das von Künstlern erwartet, ständig produktiv zu bleiben, während es kaum finanzielle oder soziale Sicherheit bietet. Vorbereitungszeit wird oft nicht vergütet, Möglichkeiten bleiben ungewiss, und viele Künstler zögern, ihre Arbeit zu unterbrechen, aus Angst, künftige Aufträge oder Sichtbarkeit zu verlieren. Jenseits der finanziellen Unsicherheit liegt eine weitere, weniger sichtbare Belastung: kreatives Arbeiten ist zutiefst persönlich. Jede Ausstellung, jede Illustration oder Aufführung setzt einen Teil des Künstlers der öffentlichen Beurteilung aus und macht künstlerische Arbeit auf Weisen emotional belastend, die selten anerkannt werden. Anstatt sich nur auf Unterstützung für die psychische Gesundheit zu konzentrieren, Julie Wagener forderte strukturelle Veränderungen: faire Bezahlung, stärkerer sozialer Schutz, Anerkennung von Vorbereitungszeit als Arbeit und Bedingungen, die Künstlern ermöglichen, nicht nur zu überleben, sondern nachhaltige Karrieren aufzubauen. Ein interessanter Punkt, der von den verschiedenen Podiumsteilnehmern hervorgehoben wurde, ist, dass Luxemburg als kleines Land die Möglichkeit bietet, bei Fragen direkt das Ministerium anzurufen, um sich beraten zu lassen. Dies vermittelt ein Gefühl von Menschlichkeit in diesen Prozessen und ermöglicht es, von Fachleuten unterstützt zu werden. 

Kunst als öffentliches Gut 

Aus institutioneller Perspektive antwortend, Nadine Erpelding (Ministerium für Kultur Luxemburg) betonte die wachsende Anerkennung von Kultur als öffentliches Gut und nicht als Luxus. Sie verwies auf zunehmende internationale Erkenntnisse, die zeigen, dass die Teilhabe an Kunst die psychische und physische Gesundheit verbessert, Einsamkeit verringert, Gemeinschaften stärkt und sogar zu niedrigeren Gesundheitskosten beitragen kann. Luxemburg, so erläuterte sie, erkundet zunehmend Kooperationen zwischen dem Kultur- und dem Gesundheitssektor und verbessert gleichzeitig die Unterstützungsmechanismen für Künstler und Kulturorganisationen. Die Diskussion legte nahe, dass Investitionen in Kultur nicht einfach eine Unterstützung von Künstlern bedeuten, sondern auch eine Investition in gesündere, stärker vernetzte Gesellschaften. 

Eine gemeinsame Verantwortung 

Das Gespräch endete mit einem optimistischen, aber pragmatischen Ton. Kommunen, nationale Institutionen, Künstlerverbände und die Künstler selbst haben alle eine Rolle dabei zu spielen, ein gesünderes kulturelles Ökosystem aufzubauen. Cliff Schmidt (Gemeinde Sanem) betonte die Bedeutung eines anhaltenden lokalen Engagements für die Schaffung von Räumen, in denen Kultur gedeihen kann. Julie Wagener (Verband der bildenden Künstler Luxemburgs – AAPL) unterstrich die Notwendigkeit einer stärkeren beruflichen Anerkennung und gemeinsamen Interessenvertretung innerhalb des künstlerischen Sektors. Uyi Nosa Oduwa (LAPS Art) hob die Bedeutung von Offenheit, Netzwerken und gegenseitiger Unterstützung hervor, während Nadine Erpelding (Ministerium für Kultur Luxemburg) bekräftigte das Bekenntnis des Ministeriums, die Verbindungen zwischen Kultur, Wohlbefinden und öffentlicher Politik zu stärken. Zum Abschluss der Diskussion fasste jeder Podiumsteilnehmer seine Hoffnungen für die kulturelle Zukunft Luxemburgs in einem einzigen Wort zusammen. Für Julie Wagener (Verband der bildenden Künstler Luxemburgs – AAPL)war es Professionalisierung: die künstlerische Arbeit als Beruf anerkennen, der angemessene Rechte und Bedingungen verdient. Für Uyi Nosa Oduwa (LAPS Art)war es „größer und besser“– eine stärkere, vernetztere künstlerische Gemeinschaft. Cliff Schmidt (Gemeinde Sanem) wählte Engagement, was die Notwendigkeit anhaltender öffentlicher Investitionen in Kultur unterstreicht. Schließlich Nadine Erpelding (Ministerium für Kultur Luxemburg) endete mit Widerstand, indem sie argumentierte, dass Kunst in der heutigen Welt nicht nur eine Form der Schöpfung ist, sondern auch ein Mittel zur Verteidigung von Offenheit, Demokratie und sozialem Zusammenhalt. Zusammen erfassten diese vier Worte den Geist der Diskussion: sicherzustellen, dass Künstler in Luxemburg nicht nur überleben können, sondern anerkannt, unterstützt und befähigt werden, die Gesellschaft durch ihre Arbeit mitzugestalten. 

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